Erst nahmen sie sich die Raucher vor ...

Erst nahmen sie sich die Raucher vor und ich habe den Mund gehalten. Dann nahmen sie sich die Trinker vor und ich habe den Mund gehalten. Dann nahmen sie sich die Dicken vor und ich habe den Mund gehalten. Dann nahmen sie sich mich vor. (Frei nach Martin Niemöller)

Sonntag, 9. Juni 2019

Das Administrator-Problem eines freien Internets

Das anonymisierende Tor Netzwerk wurde ursprünglich entwickelt, um zu verhindern, dass tyrannische Regimes ihren Bürgern den Zugang zu Information verweigern können. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Tor alleine nicht ausreicht, um einen ungestörten Informationsfluss zu gewährleisten.

Tor und Darknet bedeuten im Wesentlichen dasselbe. Im Darknet werden in nennenswertem Ausmaß Drogen gehandelt. Kinderpronographie und Waffen spielen dagegen keine große Rolle.

Aber auch konventionelle Nachrichten werden auf dem Darknet veröffentlicht. Die New York Times hat eine eigene Darknet Seite. Auch für Whistleblower ist das Darknet wichtig. Die Aussage, dass auf dem Darknet vor allem mit Drogen und anderen illegalen Dingen gehandelt ist, stimmt nicht.

Darknet Marktpläte überleben selten länger als drei Jahre. Entweder machen sich die Betreiber aus dem Staub oder die Marktplätze werden von der Polizei beschlagnahmt und entweder sofort geschlossen oder noch eine Weile weiter betrieben, um an die persönlichen Daten der Kunden zu kommen. Nur wenige Marktplätze sterben eines natürlichen Todes und werden von den Betreibern geordnet geschlossen.

Brauchen ehrliche Leute ein freies Internet?

Wer sich nicht für Drogen interessiert mag dies mit einem Achselzucken quittieren. Es trifft ja keine Unschuldigen. 2018 und 2019 wurden aber auch Nachrichten Seiten geschlossen.

Da war zum einen Deutschland im im Deep Web, ein Forum, das völlig frei von Zensur war. Es lässt sich nicht verhindern, dass in einem solchen Forum nicht nur schräge Themen diskutiert werden, sondern auch Drogen angeboten werden. Man kann allerdings einwenden, dass sein Betreiber "Luckyspax" Drogen und Waffen allzu unkritisch gegenüberstand. Die Waffe die 2016 bei dem Amoklauf in München verwendet wurde, wurde über diesen Dienst verkauft. Luckyspax bekam dafür sechs Jahre, der eigentliche Verkäufer sieben.

Die Nachrichtenseite Deep Dot Web befand sich nicht einmal im Darknet, sondern im öffentlich zugänglichen Teil des Internets, dem "clearnet". Sie berichtete jedoch über das Darknet und veröffentlichte Links zu Darknet Marktplätzen. Sie wurde im Mai 2019 geschlossen und seine Betreiber verhaftet. Zur gleichen Zeit wurde auch der Darknet Marktplatz "Wall Street Market" geschlossen.

Ebenfalls Ende 2018, Anfang 2019 wurden zunehmend Zensurvorwürfe gegebüber Youtube, Facebook, Twitter und Patreon laut. Patreon ist ein Dienst, der es Konsumenten erleichtert, Youtuber finanziell zu unterstützen. Der Youtuber Carl Benjamin ("Sargon of Akkad") war der erste, dessen Verbannung von Patreon große Wellen schlug. Einige andere prominente Youtuber kündigten darauf hin von sich auch ihre Mitgliedschaft bei Patreon.

Patreon ist nicht der Einzige Dienst dieser Art. Dem Konkurrenzprodukt "SubscribeStar" wurde jedoch von PayPal die Zusammenarbeit verweigert. Derzeit wird von Lior Leser und anderen eine Beschwerde bei der Federal Trade Commition (FTC) vorbereitet, da er - wenig überraschend - hier wettbwerbswidriges Verhalten sieht.

Ein freies Internet ist so wichtig wie eine freie Presse. Es ist im Grunde sogar noch wichtiger, denn die Presse liegt in den Händen von Wenigen und diese Wenigen lassen sich mit Geld und guten Worten beeinflussen. Zwar kann man auch das "ganze Volk" in die Irre führen, aber das ist viel aufwändiger, erst recht, wenn das Volk Zugang zu freien Informationen hat.

Single Points of failure

Die oben angeführten Schließungen war nur deshalb möglich, weil die beschrieben Dienste an bestimmten neuralgischen Punkten angreifbar waren. Zwar laufen solche Dienste selten auf einem einzigen Server, sondern verteilen sich auf einige "Mirrors", aber mehr als ein paar Duzend Mirrors kommen da kaum zusammen, schließlich müssen die Betreiber dafür bezahlen.

Noch gravierender ist die Tatsache, dass solche Dienste von höchstens einer handvoll Personen betrieben wird.

Tor macht es zwar schwierig, die Server und die Betreiber eines Dienstes zu finden, aber wenn diese Hürde genommen ist, reicht es aus einige Dutzend Server zu beschlagnahmen und eine Handvoll Leute zu verhaften, um den Dienst zu vernichten.

Ein freies Internet muss solche Achillesfersen unter allen Umständen vermeiden.

Serverless

Es gibt bereits eine Reihe von Technologien, mit deren Hilfe Netzwerke ohne zentrale Server aufgebaut werden können. In einem solchen Netzwerk sind die Rechner der Benutzer mehr oder weniger gleichberechtigt und gemeinsam spannen sie das Netz auf.

Das Tor Netzwerk selbst ist ein solches "serverloses" Netzwerk. An diesem Netz kann sich jeder beteiligen und das Netz lässt sich nicht ohne weiteres abschalten.

Auch das Bitcoion Netzwerk arbeitet ohne dedizierte Server. Jeder kann sich als "miner" daran beteiligen, wenn auch in der Praxis dazu eine  Rechenleistung benötigt wird, die nur Wenige zur Verfügung haben.

Bittorrent und Webtorrent sind weitere Technologien, die es Benutzern erlauben direkt, ohne zentrale Instanz, miteinander zu kommunizieren. Solche peer-to-peer Netze sind aber immer noch angreifbar, wenn sie einen zentralen Verzeichnisdienst anbieten. Zwar werden Daten immer direkt zwischen den Nutzern ausgetauscht, aber das Wissen, wer welche Daten anbietet wurde früher oft von einem zentralen "Tracker" verwaltet. Auch Napster hatte seinerzeit eine solche Schwachstelle und wurde prompt geschlossen.


Adminless

Es sind also bereits Technologien vorhanden, die einen Dienst auf so viele Schultern verteilen, dass er sich nicht mehr abschalten lässt. Aber so lange es noch ausgezeichneten Administratoren gibt, hilft das nur wenig.

Nachrichtenseiten und Darknet Märkte werden von wenigen Administratoren betrieben. Sie halten den Dienst am Leben. In Darknet Märkten schlichten sie Streitfälle und riskieren Gefängnisstrafen. Dafür kassieren sie Provisionen. Dieser finanzielle Anreiz dürfte einer der Gründe dafür sein, dass es Darknet Marktplätze überhaupt gibt.

In einem freien Internet funktioniert dieses Modell nicht mehr, denn verhaftet man die Administratoren, stirbt mit ihnen auch der Dienst. Entweder muss man auf einen finanziellen Anreiz komplett verzichten, oder man muss diesen auf sehr viele Köpfe verteilen.

Ohne Administratoren schwinden aber auch die Möglichkeiten, Einfluss auf den Dienst zu nehmen. Ein Dienst lässt sich nur modifizieren, indem das darunterliegende Protokoll selbst geändert wird. Man kann beispielsweise nicht mehr bestimmte Benutzer verbannen, selbst wenn diese gegen die Interessen des Dienstes agieren. Ein wirklich freier Dienst ist immun gegen jegliche Einflussnahme, auch gegen die der Guten.

Ideen kann man nicht schließen

Das Bitcoin-Netzwerk hat beide Problem schlau gelöst. Ein finanzieller Anreiz ist gegeben, aber nicht an bestimmte Personen gebunden. Das darunterliegende Protokoll wurde bereits viele Male geändert. Dabei wurde nicht in einen zentralen Server eingegriffen (den es ja nicht gibt), sondern es wurde neue Software veröffentlicht. Bitcoin hat es in so fern einfach, als dieses Netz einem eng umschrieben Zweck dient. Es besteht keine Gefahr, dass über dieses Netz Kinderpornographie verbreitet wird. Man kann damit bezahlen und sonst nichts.

Beim Tor-Netzwerk gibt es keinen finanziellen Anreiz, sich am Netz zu beteiligen. Dennoch fanden sich hinreichend viele Idealisten, die dieses Netz am Leben halten.

In beiden Fällen wird das Netz durch ein Protokoll definiert. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen einem Protokoll einer Idee und beiden gemeinsam ist, dass man sie nicht schließen kann, indem man irgendwo den Stecker herauszieht.

Fazit

Solange das "Administrator-Problem" nicht gelöst ist, bleiben Internet Dienste angreifbar. Aber selbst wenn dieses Problem gelöst ist, bleiben zwei Schwachstellen: Finanzdienstleister können, wie im Fall von Patreon/Paypal, unangenehmen Dienstleistern ihr Einkommen nehmen und wenn Waren per Post verschickt werden gehen sie wieder durch einen Dienst, der von Wenigen kontrolliert wird. Bitcoin könnte das erste Problem entschärfen, für das zweite ist noch keine Lösung in Sicht.














Freitag, 11. August 2017

Der Kampf gegen Drogen ist erfolgreich

Es wird oft behauptet, der "War on Drugs" sei gescheitert. Doch warum wird er dann nicht beendet? Das liegt daran, dass dieser Krieg in Wirklichkeit sehr erfolgreich ist - wenn man sich über dessen Ziele im Klaren ist.

Die Argumente gegen die Drogenprohibition sind einleuchtend. Sie hat dazu geführt, dass die USA mehr Leute einsperrt als jedes andere Land, dass dabei Schwarze und Latinos besonders betroffen sind, dass Drogenkartellen hohe Gewinnspannen garantiert werden, ohne dass dabei der Drogenkonsum oder gar der damit verbundene Schaden reduziert wird.



Was sind Drogen?

Umgangssprachlich wird der Begriff "Drogen" in der Regel für illegale Drogen verwendet. Alkohol, Koffein und Nikotin gelten nicht als Drogen, weil sie legal sind.

Der Begriff "illegal" bedeutet in diesem Zusammenhang nicht "verboten". Amphetamine, Opiate und selbst die neue Horrordroge Fentanyl werden legal von der Pharmaindustrie hergestellt und von Ärzten verschrieben. Sie sind aber strenger reguliert als andere verschreibungspflichtige Medikamente. In Deutschland sind sie, zusammen mit hunderten von anderen Substanzen, in den Anlagen des Betäubingsmittelgesetzes aufgelistet.

Lediglich Psychedelika ("Halluzinogene") wie LSD oder DMT dürfen selbst von Ärzen nicht verwendet werden. Sie gelten als Substanzen ohne medizinischen Wert. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, denn um einen medizinischen Nutzen zu entdecken müsste man Forschung betreiben, die aber ebenfalls verboten ist.

Der Begriff "Drogen" bezeichnet in der Umgangssprache Substanzen, die im Betäubungsmittelgesetz aufgelistet sind, und die nicht von einem Arzt verschrieben wurden.

Diese Substanzen sind nicht notwendigerweise schädlicher oder stärker suchterzeugend als die drei legalen Drogen. Das legt den Verdacht nahe, dass diese Substanzen aus Gründen illegalisiert wurden, die nichts mit dem Schutz der Bevölkerung zu tun haben.

Alkoholprohibition

1933 wurde die Alkoholprohibition in den USA 1933 nach 13 Jahren wieder abgeschafft, weil ihre unangenehmen Kosequenzen nicht mehr hingenommen werden konnten.

Wir haben nun aber rund 100 Jahre Drogenprohibition hinter uns, ohne dass ein Ende in Sicht wäre. Was war an der Alkoholprohibition anders?

Die Alkoholprohibition wurde damals von besorgten Bürgern, vor allem Frauen, gefordert und durchgesetzt. Sie war nicht (oder zumindest nicht ausschließlich) das Resultat von politischem Kalkül oder anderen niederen Motiven. Man glaubte wirklich, auf diese Weise Schaden von der Bevölkerung fern halten zu können. Nachdem offensichtlich wurde, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde, dass im Gegenteil die Bevölkerung durch die ogranisierte Kriminalität und verunreinigten Alkohl zusätzlich geschädigt wurde, beendete man dieses Experiment.


Frühe Verbote

Opium wurde bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts illegalisiert. Vorangagngen waren zwei Opimumkriege, in denen Großbritannien und Frankreich gegen die Opiumprohibition in China kämpfften.

In den USA richtete sich die Opiumprohibition vor allem gegen Chinesische Einwanderer, die Opium rauchten. Medizinische Opiate, die von der weißen Mehrheit konsumiert wurden, blieben aber weiterhin legal.

Kokain wurde ebenfalls Anfang des 20. Jahrunderts illegalisiert. Diesmal dienten die Schwarzen Konsumenten als Rechtefertigung. Man unterstellte ihnen, im Kokainrausch ungeahnte Kräfte zu erlangen ("Cocaine crazed negroes"), weiße Frauen zu vergewaltigen und dass sie nur mit großkalibrigen Waffen gestoppt werden können.

War on drugs

Der Kampf gegen Drogen, so wie wir in heute kennen geht auf Richard Nixon zurück. Der Nixon Berater John Ehrlichmann kommentierte ihn folgendermaßen:

Die Nixon Kampagne 1968 und die folgende Regierung hatte zwei Feinde: Die linken Kriegsgegner und die Schwarzen. Verstehen sie, was ich damit sagen will? Wir wussten, dass wir es nicht verbieten konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber dadurch, dass wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren und beides heftig bestraften, konnten wir diese Gruppen diskreditieren. Wir konnten ihre Anführer verhaften, ihre Wohnungen durchsuchen, ihre Versammlungen beenden und sie so Abend für Abend in den Nachrichten verunglimpfen. Wussten wir, dass wir über die Drogen gelogen haben? Natürlich wussten wir das!

Dieser Krieg dauert bis heute an. Er hat sich weit über die USA hinaus auf die ganze Welt ausgedehnt. Ein Krieg von solchen Ausmaßen ist kaum noch zu stoppen, denn es gibt zu viele Kriegsgewinnler.

Erfolg

Es sind die Kriegsgewinnler, die diesen Krieg am Leben erhalten. Der erste Nutznießer dürfte Harry J. Anslinger gewesen sein, der nach dem Ende der Alkoholprohibition eine neue Droge brauchte und sich damals Cannabis ausgeguckt hatte. Es gelang ihm die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber über die Gefahren von Cannabis zu täuschen. Er war damit recht erfolgreich und eröffnete neue Märkte für das "Fereral Bureau of Narcotics", dessen Chef er wurde.


Die von Nixon gegründete amerikanische Drogenbehörde DEA bekam durch die Drogenprohibition eine ungehante Machtfülle. Durch die Drogenprohibition wurde in den USA organisierter Straßenraub legalisiert, zumindest wenn die Räuber Polizisten sind. Andere Arten der Korruption sind in den USA noch illegal, aber nicht gerade selten.

Durch die große Zahl von Verhaftungen wurden in den USA Gefängnisse privatisiert. Analog zur Waffenindustrue, hat diese Industrie kein Interesse daran, diesen Krieg zu beenden.

In neuerer Zeit sorgen Kryptographie und Krypto-Währungen ("Bitcoins") für Unmut bei den Mächtigen. Diese Technologien kann man aber nicht direkt angreifen. Da sie aber auch benutzt werden um im Darknet mit Drogen zu handeln, kann man zumindest Angst und Unsicherheit verbreiten, indem man Darknet Handelsplätze schließt.

Dazu werden meist internationale Kartelle gebilet und es werden die von Land zu Land unterschiedlichen Gesetze ausgenutzt. 2017 betrieb die holländische Polizei einen Monat lang den Handelsplatz "Hansa Market" als "honeypot" um an personenbezugene Daten von Drogenkäufern zu kommen. Der Fall wurde ihr von der deutschen Polizei übergeben, da eine solche Aktion in Deutschland illegal wäre.

Und überhaupt, um Bürgerrechte, Gewaltenteilung und den ganze Scheiß in Schranken zu halten, kann Drogenprohibtion sehr nützlich sein.

In Deutschland kann eine Substanz von der Exekutive illegalisiert werden, ohne dass dafür das Parlament befragt werden müsste. Die Gewaltenteilung wurde hier eingeschränkt.

In England sind alle psychoaktiven Substanzen außer Alkohol, Koffein und Nikotin verboten, ohne dass sie einzeln benannt sind, und ohne dass deren Schädlichkeit untersucht werden müsste. Psychoaktive Substanzen befinden sich aber unbemerkt in den vielen Vorgärten. Was geahndet wird und was nicht wird so zur Ermessensache. Die Rechstsicherheit wurde hier ein Stück weit aufgegeben.

Und überhaupt - dass der Gesetzgeber seinen Bürgern vorschreiben kann, welche Substanzen sie sich zuführen dürfen und welche nicht, geht entschieden zu weit. In Deutschland ist der Konsum von Drogen daher auch formal nicht verboten. Besitz und Handel werden aber bestraft.

Aber auch eine Menge von kleinen Lichtern profitieren von der Drogenprohibition. Es ist unterhaltsam und lehrreich sich die Auftritte unserer Drogenbeauftragten Marlene Mortler anzusehen ("Drogen sind verboten, weil sie illegal sind"). Aber auch Drogenberater und Therapie-Einrichtungen freuen sich über Kunden, die ihnen von Gerichten zugewiesen werden und deren Rechnungen der Steuerzahler begleicht.

Fazit

Der Schutz der Bevölkerung spielt bei der Drogenprohibition bestenfalls eine sekundäre Rolle. Sie verfolgt im Wesentlichen andere Ziele und ist dabei sehr erfolgreich.

Der Satz "der Krieg gegen Drogen ist gescheitert" ist daher nicht richtig. Man kann aber sagen, dass das Märchen, die Drogenprohibition schütze die Bevölkerung, nicht mehr glaubhaft vermittelt werden kann.

Die Befürworter einer Drogen-Liberalisierung führen dennoch gerne das Argument der "Schadensreduktion" (harm reduction) in Feld. So überzeugend dieses Argument auch ist, es wird die Nutznießer der Prohibition nicht überzeugen.

Die Drogenprohibition wird erst dann ein Ende finden, wenn Wege gefunden werden die Profiteure der momenanen Sitaution angemessen zu entschädigen. Auch der Staat muss behutsam von seiner gewohnten Machtfülle entwöhnt werden. Wenn eine Regierung erst einmal damit angefangen hat in das Privatleben seiner Bürger hineinzuregieren, fällt es ihr erfahrungsgemäß sehr schwer, damit wieder aufzuhören.











Mittwoch, 27. Juli 2016

Der tiefe Traum der Medien

Über die Medien zu schimpfen ist momentan ziemlich angesagt. Dabei tun sie nichts weiter, als zu liefern was die Leute wollen. Beispiele aus Physik und Informatik erklären was da genau abgeht.

Wenn man ein Mikrofon über einen Verstärker mit einem entfernten Lautsprecher verbindet, dann kann man am Lautsprecher hören, was in der Nähe des Mikrofons gesprochen wird. So stellt man sich die Medien gemeinhin vor. Wir, die Konsumenten sind der Lautsprecher, die Medien sind das Mikrofon und die Umgebung des Mikrofons ist die Welt, über die wir so etwas erfahren.

Aber so einfach ist die Sache nicht. Auch wir sind ein Teil der Welt, auch wir werden von den Medien beobachtet. Für die Medien ist das Konsumverhalten von Unsereinem von Interesse und sie justieren ihr Programm so, dass unsere Konsumwünsche möglichst gut erfüllt werden.

Um bei dem Beispiel von oben zu bleiben bedeutet das, dass das Mikrofon auch Signale von Unsereinem empfängt. Man kann so eine Situation leicht herstellen, indem man das Mikrofon in die Nähe des Lausprechers stellt. Dann gelangen auch Signale, die aus dem Lautsprecher herauskommen in das Mikrofon.


Bei hinreichend großer Verstärkung kommt es so zu einer akustischen Rückkopplung. Man hört einen ziemlich lauten und unangenehmen Pfeifton. Welchen Ton man genau hört hängt von der gesamten Anordung ab, dem Mikrofon, dem Raum, den Abständen etc. Aber von einer Sache hängt er praktisch nicht ab: von dem was in der Nähe des Mikrofons gesprochen wird. Bestenfalls kann man sagen, dass das was in der Umgebung des Mikrofons passiert bis zur Unkenntlichkeit gefiltert und verstärkt wird.

Was wir aus den Medien erfahren verhält sich ähnlich. Es spiegelt das System aus Medien, Konsumenten und der Rückkopplung der Konsumentenmeinung zurück zu den Medienschaffenden wieder. Bei hinreichend starker Rückkopplung kann man nicht mehr erwarten von einem solchen System etwas über die Welt zu erfahren. So ein System gibt nur noch Auskunft über sich selbst


Optische Rückkopplung

Ein ähnliches Phänomen kann man erzeugen, indem man eine Kamera vor einen Monitor stellt oder Spiegel so anordnet, dass man den einen Spiegel in dem anderen sehen kann. Es entsteht dann eine unendliche Folge von Spiegelbildern.



Aber es geht noch besser. Nimmt man statt eines simplen Spiegels ein intelligentes System, das Dinge erkennen kann und schafft eine Anordnung, wo das System seinen Drang Dinge zu erkennen ausleben kann, dann kann man aus harmlosen Bildern solche erzeugen in denen Dinge zu sehen sind, die eigentlich nicht da sind. Diese Technich ist auch as "deep dream" bekannt. Auch hier haben wir es mit einer Konsequenz von Rückkopplung zu tun.



So in etwa kann man sich das Bild der Welt (oder einer Pizza) vorstellen, das von Medien, Konsumenten und deren Interaktion geschaffen wird.

Dienstag, 26. Juli 2016

Rassismus, Sexismus, Pohibitionismus

Rassismus, Sexismus und Pohibitionismus werden selten in einem Atemzug genannt. Gemeinsamkeiten sind aber durchaus vorhanden, gesellschaftliche Ächtung erfahren aber nur die ersten beiden.

Keine Sichere Seite

Viele empfinden Prohibition als die "sichere Seite". Wenn man's nicht genau weiß, dann verbietet man's halt oder stellt sich zumindest auf die Seite der Verbieter. Das ist eine naive Vorstellung. Prohibition hat ungeheures Leid hervorgerrufen.

Es werden Lebenswege und Karrieren zerstört, die Polizei bekommt einen Anreiz zur Korruption und ganze Länder versinken im Chaos der Drogenkartelle. Drogenkartelle werden durch die künstlich hochgehaltenen Drogenpreise überhaupt erst lukrativ. Und da es keinen legalen Weg gibt den Markt zu bedienen, entsteht ein Geschäftsmodell für Leute, die sich um's Gesetz nicht scheren und das Gesetz des Stärkeren anwenden.

Prohibition ist keine vorsichtige Maßnahme. Es ist ein großer Hammer. Eine Chemotherapie für die Gesellschaft. So etwas wendet man nicht leichtfertig an.

Staus Quo erhalten

Als Frauen noch nicht wählen durften und Schwarze die hinteren Sitze im Bus nehmen mussten wurden Gründe ins Feld geführt, warum das so sein muss. Wie wir heute wissen, waren dies nur Scheinargumente. Es ging vor allem darum, den Staus Quo zu erhalten und den Wenigen, die Zugriff auf die Gesetzgebung haben zu Macht und Einfluss zu verhelfen.

Beim Prohibitionismus ist das nicht viel anders. Man kann davon ausgehen, dass es beim Prohibitionsimus um Eines niemals geht: die Gesundheit der Bevölkerung. Der Schutz der Gesundheit ist ein vorgeschobenes Argument, das einer kritischen Überprüfung nicht stand hält.

Vorbote von Substanzen sind immer anders motiviert, politisch, wirtschaftlich, aber auch ethnisch. Damit rückt der Prohibitionismus in die unmittelbare Nähe des Rassismusses. Es ist quasi der kleine Rassissmus an dem sich auch Gutmenschen erfreuen können.

Gesellschaftliche Spaltung

Alle drei "ismen" fördern die Spaltung der Gesellschaft. Eine Gruppe darf sich besser fühlen als die andere und auf diese herabblicken. Dieser Meschanismus ist derzeit bemerkenswert weit akzeptiert.

Einige Gruppen sind durch Gesetze und Konventionen besonders geschützt. Dazu zählen heute ethnische Minderheiten, Frauen und Homosexuelle. Wer seinen Drang auf andere herabzublicken befriedigen will muss sich daher eine andere Gruppe suchen. Da helfen die Prohibitionisten: auf Drogenkonsumenten, Raucher, ja sogar auf Dampfer darf man ungestraft herabblicken. Probitionisten schaffen "Neger für den kleinen Mann".

Funktioniert nicht

Ich glaube, dass einige unserer Errungenschaften, wie Menschenrechte, Demokratie und die freie Gestaltung des eigenen Lebenswegs nicht in einem methaphyischen Sinne "richtig" sind, sondern dass sie vor allem gut funktionieren. Rassistische oder sexistische Gesellschaften existieren zwar, aber sie funktionieren nicht besonders gut.

Auch Prohibitionismus funktioniert nicht. Damit meine ich, dass eine Gesellschaft durch Prohibitionismus nicht besser wird. Ich würde es begrüßen, wenn das "Recht auf Rausch" zu den Menschenrechten hinzugefügt wird. Ich vermute, dass es nur deshalb in der Bill of Rights nicht enthalten ist, weil damals niemand ahnen konnte, dass dieses Recht einmal beschnitten werden wird.

Im industriellen Maßstab

Heute ist Prohibitionismus eine Billion-Dollar Industrie geworden. Große Summen werden dem Steuerzahler weggenommen und in die Taschen der Prohibitionsiten gesteckt. Viele der Akteure firmieren als gemeinnützige Nichtregierungsorganisationen.

Das perfide an dieser Industrie ist, dass man sich ihr nicht einfach daruch entziehen kann, dass man ihre Produkte nicht kauft. Gemeinnüzige Organisationen genießen ferner besondere Privilegien. Sie erhalten Steuererleichterungen und müssen keine Bilanzen veröffentlichen.

Das ist eine Schattenindustrie, die sich der demokratischen Kontrolle fast vollständig entziehen kann. Wer Böses im Schilde führt, der gründet heute keine ordentliche Firma mehr. Auch eine "Gang" ist nicht optimal.

In einem Atemzug


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Probitionsimus kann man wirklich in einem Atemzug mit Rassismus und Sexismus nennen. Rassismus dient weder den Schwarzen noch den Weißen, sonderen einigen Wengigen. Sexismus bringt der Mehrheit keinerlei Nutzen und beim Probitionismus ist es nicht anders.







Donnerstag, 26. Mai 2016

Paradoxe Anreize

Ein Anbieter bietet ein Produkt an, Kunden kaufen und benutzen dieses Produkt. Wenn sie zufrieden sind, dann empfehlen sie das Produkt weiter und der Anbieter gewinnt neue Kunden. Dies schafft einen Anreiz gute Produkte anzubieten. Auf lange Sicht Setzen sich so die guten Produkte guter Anbieter durch. Aber das funktioniert nicht immer so.

Ärzte

Zu einem Arzt kommen kranke Menschen, die vom Arzt behandelt werden. Aber es kommen auch gesunde Menschen zum Arzt, die aus welchen Gründen auch immer, ärztlichen Rat suchen.

Die Gesunden sind für einen Arzt viel lukrativer als die Kranken, denn erstens kann bei denen die Bahndlung nicht fehlschlagen und zweitens ist es i.d.R. nicht nötig, dass der Patient mehrmals kurz hintereinander behandelt wird, wie es bei einem ernsthaft Kranken nötig sein könnte.

Die lukrativsten Patienten, sind diejenigen, die einmal im Quartal für fünf Minuten mit dem Arzt reden. Ein Patient, mit einer aktuen Erkrankung, der ein Quartal lang zweimal die Woche aufschlägt wird für einen Arzt leicht zum Verlusgeschäft, denn das Honorar, dass der von der Krankenkasse pro Patient und Quartal bekommt ist lächerlich gering.

Die Anreize sind hier so gesetzt, dass Ärzte bevorzugt Gesunde behandeln müssten und ernsthaft Kranken keinen Termin geben dürften.

Versicherungen

Eine Versicherung bringt für den Kunden nur dann einen tatsächlichen Nutzen, wenn ein Schadensfall eintritt und die Versicherung den Schaden begleicht. Für die Versicherung selbst ist der Schadensfall aber unerfreulich. Sie beziehen ihre Einnahmen nicht durch die Schadensregulierung, sondern durch die Prämien.

Das schafft für die Versicherungsunternehmen einen Anreiz möglichst viele Versicherungen abzuschließen und für möglichst wenig Schäden zu bezahlen.

All-inclusive

Für all-inclusive Reisen gilt das Gleiche wie für Versicherungen. Für einen Kunden entsteht ein Nutzen erst dann, wenn er isst, trinkt und andere Angebote in Anspruch nimmt. Für den Anbieter entstehen dadurch aber nur Kosten und keine Einnahmen.

Auch hier sind die Anreize so gesetzt, dass der Anbieter möglichst viele Verträge ablschließt, sich bei den Leistungen aber zurückhält, das Geld hat er schließlich schon bekommen.

Partnerbörsen

Partnerbörsen sind in der paradoxen Situation, dass sie ihre zufriedenen Kunden verlieren.

Interessensverbände

Sobald eine Interessensverband eine gewisse Größe übersteigt, hat er keinen Anreiz mehr tatsächlich erfolgreich zu sein. Würde beispielsweise niemand mehr Rauchen, wären alle Mitarbeiter der Tabakkontroll-Organisatinen über kurz oder lang ihren Job los.

Für solche Organisationen existiert ein Anreiz zur Heuchelei. Sie müssen etwas tun, damit sie wahrgenommen werden, aber sie dürfen keinen Erfolg haben.

Die Anreize sind hier so gesetzt, dass sich ein Interessenverband bevorzugt für nutzlose Maßenahmen einsetzt.






Fluege.de und Berlin-Direkt-Versicherung

Nun zu etwas völlig anderem: Eininge Kunden von Fluege.de haben eine Reserversichung abgeschlossen, ohne sich darüber im klaren zu sein, dass diese nicht nur den einen Flug abdeckt sondern für ein ganzes Jahr gilt - und sich anschließend automatisch verlängert.

Im Folgejahr steigt die Prämie obendrein auf fast das Doppelte. Der Schaden ist im Vergleich zur TPD und anderen Drogengesetzen gering, denn niemand stirbt dadurch. Dennoch, in der Welt in der wir leben wollen kommt so etwas nicht vor.

Hier ist ein Forum, in dem eine Menge der verfügbaren Information zusammengetragen wird:

http://ungewollt-versichert.team-talk.net

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Raucht weiter, liebe Kinder

Die Bundesregierung will den Verkauf von e-Zigaretten an Jugendliche verbieten. Was erschüttertist, ist der Stil der Diskussion.

Eigentlich harmlos

Kindern etwas zu verbieten ist eigentlich eine ziemlich sichere Sache. Kinder dürfen ja nicht wählen. Und die Erwachsenen freuen sich, dass das Verbot sie selbst nicht betrifft. Kinder spielen in diesem Zusammenhang die Rolle der "anderen", denen man ungestraft Wasser predigen darf. Wenn man den Erwachsenen etwas verbieten will, fängt man am besten mit den Kindern an und weitet später das Verbot als "logischen Schritt" auf die Erwachsenen aus.

Auch das Verkaufsverbot von e-Zigaretten an sich wird keinen großen Schaden anrichten. Die Gesundheit der Kinder wird dadurch nicht nennenswert geschädigt, denn Kinder interessieren sich ohnehin kaum für e-Zigaretten, zumindest taten sie es nicht, als sie ihnen noch nicht per Gesetz vorenthalten wurden.

Der eine oder andere jugendliche Raucher wird wohl davon abgehalten werden das Rauchen zu Gunsten der e-Zigarette aufzugeben, aber das sind nicht viele. Eine Studie in den USA fand heraus, dass ein Verkaufsverbot von e-Ziagerren die Raucherquote bei Jugenlichen um gerade mal 0,9 Prozentpunkte steigen lässt.

So gesehen ändert das Verkaufsverbot an Kinder erst einmal gar nichts. Es ist aber ein willkommener Anlass die Nachricht "raucht um Gottes Willen weiter" unters Volk zu bringen.

Profülen-Glükol

Die vielen 'Ü's verwirren
Einige Politiker machen sich zum Narren, wenn sie einen Redebeitrag zur e-Zigratte ablieferen. Das wird schon mal Form-Aldehyd zu Formal-Dehüd (Schwesig), Propylen-Glykol zu Profülen-Glükol (Launert) und Nitrosamine werden zu Nitro-Saminen (auch Launert). Das passiert leicht, wenn man einen diktierten Text einfach abliest.

Diktiert wurden die Texte vom Deutschen Krebsforschunginstitut (DKFZ) und vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die beiden werden offen zitiert, als wären sie etwas Gutes. Ersteres vertritt die Pharma-Indusrie und Letzteres die Regierung. Keine dieser Organisationen hat die Befugnis in Deutschland Gesetze zu machen, so wenig wie jede andere Lobby-Organisation.

Das ist es, was viele Dampfer auf die Palme bringt: eine Handvoll Politiker tragen praktisch alle den gleichen Text vor.

Hinzu kommt, dass die gesamte Presse ebenfalls aus den immergleichen DKFZ und BfR Pressemitteilungen zitiert. Die tatsächliche Faktenlage, wie sie beispielsweise auf Wikipedia dargelegt wird, bleibt völlig unerwähnt.

Leere Sitze bei der ersten Lesung
Die Kritik der Dampfer richtet sich nicht gegen das Verkaufsverbot an sich, sondern gegen den Stil der Diskussion. Kritisiert wird, dass die Stimmen von Verbrauchen und Wissenschaftlern nicht gehört werden.

Bei der ersten Lesung war kaum jemand im Plenarsaal anwesend. Und hier geht es immerhin um zigtausend Menschenleben. Wenn zwei dubiose Organisationen über deren Schicksal entscheiden dürfen, was kommt dann als Nächstes?


Einstiegsdroge

Es gibt tatsächlich Jugendliche, die zuerst e-Zigaretten probiert haben und dann auf Tabakzigaretten umgestiegen sind. Es sind nicht viele, aber es gibt welche. Damit ist klar, dass der Konsum von e-Zigaretten keinen 100%igen Schutz vor einer Karriere als Raucher bietet.

Das ist nicht wirklich erstaunlich, denn es gibt nichts, das zuverlässig davor schützt, einmal Raucher zu werden. Milch tut das nicht (viele Raucher haben zuerst Milch getrunken), die Tabakrichtlinie leistet das nicht und Nichtrauchen schon gar nicht: ausnahmslos alle Raucher waren vorher Nichtraucher.

Rauchen für den Fiskus

In Deutschland gibt es rund 18 Millionen Raucher und 3 Millionen Dampfer, die praktisch alle ehemalige Raucher sind.

Die e-Zigaretten-Industrie macht jährlich einen Umsatz (nicht Gewinn!) von 200 Millionen Euro mit stark steigender Tendenz. Dennoch ist das eine winzige Industrie im Vergleich zur Tabakindustrie. Die Tabaksteuer spielt jährlich rund 14 Milliarden Euro ein und auch die Tabakindustrie kann noch ganz gut leben, wenn auch der Fiskus mit Abstand am meisten von den Rauchern profitiert.


Durch jeden Dampfer verliert der Staat gut 750 Euro im Jahr, bei 3 Millionen Dampfern sind das schon 2,3 Milliarden. Das ist nocht nicht richtig viel, aber immerhin ein Viertel des Etats des Familienministeriums (Manuela Schwesig) und ein Fünftel des Etats des Gesundheitsminiteriums (Hermann Gröhe).

Die Pharma-Industrie, die ebenfalls Nikotinprodukte vertreibt und die Tabakkontrolle finanziell unterstützt,  macht in Deutschland einen jährlichen Umsatz von 42 Milliarden Euro.

Das Gerücht, dass es eine mächtige e-Zigaretten Lobby gibt fällt in Deutschland mit seiner weit verbreiteten Industriefeindlichkeit zwar auf fruchtbaren Boden, entspricht aber nicht den wahren Machtverhältnissen.

Raucher werden beruhigt

Als die e-Zigarette aufkam wurde sie von der Tabakkontrolle noch mit verhaltem Lob begrüßt. Damals glaubte man noch, die e-Zigarette würde eine Randerscheinung bleiben. Man konnte sie daher Rauchern gefahrlos empfehlen, denn die Chance, dass jemand damit tatsächlich das Rauchen aufgibt erschien eher gering.

Raucher  werden ständig mit "tut dies", "lasst jenes" Befehlen bombardiert, so dass "steigt auf die e-Zigarette um" lediglich als eine weitere Gängelung verstanden wurde.

Die Kampagnen gegen die e-Zigarette wird die Dampfer nicht vom Dampfen abhalten können. Bestenfalls entsteht ein blühender Schwarzmarkt. Aber den Rauchern wird eine Ausrede fürs Weiterrauchen in die Hand gegeben. Wenn jetzt die Ehefrau daherkommt und sagt "Eugen, kauf dir doch eine e-Zigarette", dann sagt Eugen "nee, die sollen ja noch gefährlicher sein als Rauchen".

Das ist Sinn und Zweck der ganzen Aktion. Die Sache mit den Kindern ist der erste Schritt, um aus einer Kampagne Gesetze zu machen. Mehr Gesetze werden kommen und der alarmierende Rückgang der Raucherquote wird gestoppt.

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Wahlentscheidung
Tabakkontrolle und Finanzmark
Ich bin nicht einverstanden




Samstag, 28. November 2015

Tabakkontrolle auf Wikipedia

Auf Wikipedia gibt es einen englischen Artikel zu Thema Tobacco Control. Vor einiger Zeit war dieser Artikel noch mit POV Tags markiert. Inzwischen ist er eine lupenreine Werbeschrift für die Tabakkontrolle, aber auf der Diskussionsseite findet man Interessantes.

POV Tags

Als ich diesen Artikel das erste mal sah, war er mit POV Tags markiert. Auf Deutsch sieht das so aus:


Ich war erfreut, denn dieser Artikel enthielt bestenfalls die halbe Wahrheit. Kein Wort wurde darüber verloren, dass die Tabakkontrolle zumindest umstritten ist.

Diskussion

Nach einiger Zeit waren die POV Tags wieder verschwunden, der Artikel aber nicht besser geworden. Wie es dazu kam kann man auf der Diskussions-Seite ("Talk") nachlesen.

Dort wird bemängelt, dass die folgenden Punkte im Artikel unerwähnt bleiben:
  • Die Tabakkontrolle ist umstritten
  • Die Tabakkontrolle kämpft gegen Schwedischen Snus und die e-Zigarette
  • Die Tabakkontrolle veröffentlicht Artikel und Studien, die von vielen als voreingenommen oder gar als "junk-science" empfunden werden.
Die Antwort des Autors "John Snow" dokumentiert die Arbeitsweise der Tabakkontrolle so gut wie man es sich nur wünschen kann:
  • Die Gegner der Tabakkontrolle sind entweder dumm oder werden von der Tabakindustrie gesteuert.
  • Die Kritiker sollen erst einmal konkrete Beweise bringen
  • Die POV-Tags bleiben weg.
Von den drei Kritikern diese Artikels wurden insgesamt fünf Quellen angegeben, was John Snow aber wohl nicht reichte. Er selbst hat auf der Diskussions-Seite überhaupt keine Quellen angegeben. Auf weitere Anregunden ging er nicht mehr ein.

Fazit

Im Grunde bin ich recht zufrieden mit diesem Artikel. Wer die Diskussions-Seite liest, kann die Arbeitsweise der Tabakkontrolle quasi live erleben. Wer das jedoch nicht tut erfährt nur die halbe Wahrheit.

Samstag, 26. September 2015

Die Wahrheit über Crystal Meth

Nachdem ich nun einige Zeit die irreführenden Behauptungen zu Snus und zur e-Zigarette verfolgt habe, bin ich extrem skeptisch geworden. Ich frage mich welche anderen Behauptungen gleichermaßen irreführend sind. Ich fragte mich, ob vielleicht sogar die Gefährlichkeit von Crystal Meth in gleichem Maße aufgebauscht wurde, wie die Gefährlichkeit der e-Zigarette.

Um es vorweg zu sagen: die Frage wie gefährlich Crystal Meth tatsächlich ist konnte ich nicht beantworten, denn es ist extrem schwierig darüber seriöse Informationen zu finden.

Im Grunde seht man immer wieder den gleichen Beitrag oder Artikel. Der enthält einige anekdotische, abschreckende Fallbeispiele, den Auftritt eines Experten und zuweilen einen Reporter, der vorgibt auf der Suche nach der Wahrheit zu sein. Auffällig ist auch, dass in den Titeln oft Ausdrücke wie "Teufelsdroge" oder "die gefährlichste Droge der Welt" auftauchen. Das kenne ich schon von der Berichterstattung über Marihuana und zur e-Zigarette. Das überzeugt micht nicht mehr.

World of Trust

Sucht man auf Google nach "Crystal Meth" findet man auf der ersten Seite bereits zwei Treffer, die vom World-of-Trust System als "verdächtig" eigestuft wurden, beispielsweise diesen hier:


Schaut man sich die Details an, so erfährt man, dass dieses Seite wohl von Scientology stammt. Es ist gang und gäbe, Drogen unreflektiert schlecht zu finden und es ist gleichermaßen üblich, Scientology unreflektiert zu verteufeln. Diese beiden Hysterien geraten hier in Konflikt miteinander. Wissenschaftlich gesehen sagt dies nichts aus, aber eine klammheimlicher Freude kann ich mir nicht verkneifen.

Wikipedia

In Wikipedia findet man, wie so oft, einigermaßen brauchbare Informationen. Dort erfährt man immerhin, dass Meth ein pharmazeutisches Apmhetamin-Produkt ist, das von der Firma Tremmler unter dem Namen Pervitin bis 1988 vermarktet wurde. Auch heute noch werden Amphetamine legal vermarktet, allen voran Methylphenidat, das unter dem Handelsnamen Ritalin vor allem an Kinder mit Aufmerksamkeits-Störungen verschrieben wird. Zwischen 1993 und 2003 hat sich der weltweite Konsum solcher Medikamente verdeifacht.

Nur Pharma-Nikotin ist gutes Nikotin und es scheint, dass auch nur Pharma-Amphetamin gutes Amphetamin ist.

Gefahren

Zu den Gefahren findet man wenig Verlässliches. Die Aussage, dass Meth abhängig macht taucht aber so häufig auf, dass ich geneigt bin das zu glauben. Allerdings scheint es sich nur um eine "psychische Abhängigkeit" zu handeln, was am Ende nicht viel mehr besagt, als dass die Wirkung extrem angenehm ist. Ich weiß auch, dass selbst eine physische Abhängigkeit alleine das Leben nicht unbedingt verkürtzt oder unterträglich macht.

Zu den Gefahren schreibt Wikipedia:

Crystal gehört zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt, wobei für die zerstörerische Wirkung wesentlich die Verunreinigungen verantwortlich gemacht werden, mit denen bei illegaler Herstellung zu rechnen ist.

Das bedeutet, dass die Prohibition hier für den Schaden verantwortlich zu machen ist und nicht die Droge selbst.

Carl Hart

Carl Hart ist Professor an der Columbia University in New York und forscht am Menschen. Er sagt: über 80% der Drogenkonsumenten haben überhaupt kein Problem damit. Diese Leute brauchen weder Behandlung noch Strafe. Es ist ein Fehler, dass sich unsere Gesellschaft so sehr auf die Problemfälle konzentriert, statt den Leuten beizubringen wie man Drogen auf sichere Art und Weise benutzt.

Schon lange frage ich mich, was ein Drogenberater eigentlich tut. Kann ich zu einem Drogenberater gehen und die Frage stellen "welche Droge würden Sie mir denn empfehlen?" Ich habe dieses Experiment noch nicht durchgeführt, aber ich bin mir sicher, dass ich keine vernünftige Anwort bekommen würde. Unsere Drogenberater verdienen diese Berufsbeeichnung nicht wirklich. Sie sind eigentlich Drogen-Abrater.

Upton Sinclair

In seinem Buch "I, Candiadate for Govenrnor" bringt Upton Sinclair die Sache auf den Punkt: "Es ist schwer, jemanden dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn er sein Gehalt dafür erhält, dass er es nicht versteht".


Weitere Infos










Sonntag, 20. September 2015

Dampfer Physik



Verwendete Symbole
$TK$ Temperaturkoeffizient des el. Widerstandes in $10^{-3}/K$
$\rho$ Spezifischer Widerstand in $\Omega mm^2/m$
$D$ Durchmesser der Wicklung in $mm$
$d$ Durchmesser des Drahtes in $mm$
$n$ Anzahl der Windungen
$l$ Länge des Drahtes in $mm$


Widerstand und Temperaturkoeffizient 

Der spezifische Widerstand $\rho$ ist der elektrische Widerstand eines Drahtes mit $1mm^2$ Querschnitt und einer Länge von $1m$. Der spezifische Widerstand ist temperaturabhängig.

Wenn man den Widerstand einer Wicklung bestimmt ist der Widerstand in heißem Zustand maßgebend. Im heißen Zustand liegt die Temperatur des Drahtes rund $200^{\circ}C$ höher. Der Tempertaurkoeffizient $TK$ gibt an, um wievel sich der Widerstand erhöht, wenn die Temperatur um $1^{\circ}C$ erhöht wird.

Spez.Widerstand bei $20^{\circ}C$ $\Omega mm^2/m$ Temp.Koeff $10^{-3}/K$ Spez.Widerstand bei $220^{\circ}C$ $\Omega mm^2/m$
Kanthal-A1 $1.45$ $0$ 1.45
V2A Edelstahl $0.72$ $1.2$ 0.96
Titan 0.47 $1.9$ 0.85

Den spezifischen Widerstand bei der Verdampfertemperatur von $220^{\circ}C$ erhält man mit der Formel

$\rho_{220^\circ} = \rho_{20^\circ} + TK \cdot 200$

Bei Kanthal bleibt der Widerstand konstant. Bei Edelstahl muss man mit einer Widerstandserhöhung von 20-28% rechnen. Bei Titan erhöht sich der Widerstand um 76%.

Ohm pro Meter 

Die gebräuchliche Angabe in Ohm pro Meter erhält man, indem man den spezifischen Widerstand durch den Querschnitt des Drahtes teilt.

$\frac R m = \frac{4\rho} {\pi d^2}$

Mit dieser Formel ergibt sich beispielsweise bei einen $0.25mm$ Draht für für Kanthal-A1 $29.5\frac{\Omega}{m}$ und für Edelstahl bei Zimmertemeratur $14.6\frac{\Omega}{m}$.

Länge und Querschnitt des Drahtes 

Die Länge des Drahtes hängt ab von dem Durchmesser der Wicklung, der Anzahl Windungen und in geringem Maße auch vom Durchmesser des Drahtes. Letzteres kommt daher, dass der Mittelpunkt des Drahtes um so weiter vom Mittelpunkt der Wicklung entfernt liegt, je dicker der Draht ist.

Für einen Draht der Dicke $d$, der mit $n$ Windungen zu einer Wicklung mit dem Durchmesser $D$ verarbeitet wird, ergibt sich die Länge zu

$l = n\cdot \pi \cdot (D+d)$

In der Paxis ist der Draht um 2 bis 4 mm länger, da noch die Freistrecken hinzukommen, die die eigentliche Wicklung mit der Stromversorung verbinden.

Der Querschnitt der Drahtes ergibt sich zu

$A = \pi (\frac d 2)^2 = \frac \pi 4 d^2$

Widerstand einer Wicklung 

Den Widerstand einer Wicklung erhält man, indem man den spezifischen Widerstand mit der Länge des Drahtes (in m) multipliziert und durch seinen Querschnitt (in $mm^2$) teilt.

$R = \rho\frac l A$

Verwendet man die Formeln von oben für Länge und Querschnitt und verwendet mm als Einheit so erhält man

$R = 4 n \rho \frac{D + d} {d^2} 10^{-3}\Omega$


Beispiel:

Die von mir derzeit bevorzugte Wicklung mit 10 Windungen 0.2mm Kanthal auf 1.5mm sollte demnach einen Widerstand von

$R = 4\cdot10\cdot1.45\frac{1.5+0.2}{0.2^2} 10^{-3}\Omega = 2.46\Omega$

haben.

Leistung der Freistrecken

Die Freistrecken verbinden die eigentliche Wicklung mit der Stromversorgung. Idealerweise sollten sie überhaupt keinen Widerstand haben. Dazu müsste man aber zwei verschiedene Drahtmaterialien verwenden, was ziemlich aufwendig ist.

Verwendet man nur ein Drahtmaterial, dann verbrauchen die Freistrecken umso weniger Energie, je kürzer sie sind und je länger die eigentlich Wicklung ist. Viel Draht auf der Wicklung ist also vorteilhaft.

Da Wicklung und Freistrecken von gleichen Strom durchflossen werden, ist die Leistung proportional zum jeweiligen Widerstand. Dieser ist wiederum proportional zur jeweiligen Länge.

Der Leistungsverlust in % an den Freistrecken ergibt sich somit zu

$k_{loss} = 100 \cdot \frac {l_{frei}} {l + l_{frei}}$

Er hängt nicht vom Drahtmaterial ab, sondern nur von der Geometrie. Bei einer 1,5mm Wicklung von 10 Windungen und $2\cdot 2mm = 4mm$ Freistrecken ergibt sich ein Verlust von 7%. Bei nur 5 Windungen wären es bereits 13%.

Montag, 13. Juli 2015

Die Referenzwickung (Version 2)

CE4 (lang),       Evod,               CE5,       CE4 (kurz)
Wie beurteilt man eine selbst angefertigte Verdampfer-Wicklung? "Dampft gut" ist für mich kein Kriterium. Ich finde: wenn sie nicht besser ist als die hier vorgestellte Referenzwicklung ist sie nicht der Rede wert.


Zusammenfassung
  •  0,22mm Edelstahl
  • 12 Windungen
  • 1,5mm Durchmesser
  • ca. 1,7 Ohm
  • Watte
Ziele

Unter welchen Bedingungen man eine Wicklung schätzt ist individuell verschieden. Meine Ansprüche sind bescheiden. Eine Wicklung ...
  • ... sollte einfach und billig herzustellen sein
  • ... sollte auf billigen Verdampfern (CE4, CE5, Evod) funktionieren
  • ... sollte gut schmecken
  • ... sollte ausreichend Dampf machen
  • ... sollte nicht siffen
  • ... sollte nicht zu träge sein
  • ... sollte mit einem gewöhnlichen Akku funktionieren

Der Draht

0,22 mm Edelstahldraht hat sich als guter Kompromiss herausgestellt. Dickere Drähte machen die Wicklung zu träge, bei dünneren Drähte ist die Zahl der Windungen sehr begrenzt, da der Widerstand schnell zu hoch wird und damit die Leistung auf einem normalen Akku zu gering wird.

Edelstahl und Titan haben die interessante Eigenschaft, dass - im Gegensatz zu Kanthal - der Widerstand mit der Temperatur steigt. Dadurch bekommt man eine gewisse Temperaturbegrenzung geschenkt. Allerdings ist dieser Effekt nur bei Titan so ausgeprägt, dass man mit einem praxisrelevanten Effekt rechnen kann.

Edelstahl und Titan haben einen geringeren Widerstand als Kanthal, so dass man noch dünnere Drähte verwenden könnte. Allerdings muss man bedenken, dass sich der Widerstand in heißem Zustand erhöht. Bei Titan kann das fast einen Faktor 2 ausmachen, so dass ein 2.5 Ohm Verdampfer im kalten Zustand gute 1,25Ohm anzeigen sollte. Auch das ist ein erwünschter Effekt, denn solche Drähte heizen sich sehr schnell auf, da im kalten Zustand besonders viel Strom fließt.

Aber Titan ist zu bockig, und zu schwer zu wickeln da die Wicklung leicht wieder auf springt. Obendrein brennt Titan. Edelstahl ist da schon angenehmer. Ein 0.22mm Edelstahldraht lässt sich ganz passabel wickeln. Er schmilzt allerdings leichter als Kanthal.

Mit NiCr habe ich keine Erfahrungen.

Der Durchmesser

Die Wicklung wird auf 1,5mm Durchmesser gewickelt. Größere Durchmesser machen die Wicklung zu träge, und das innere des Dochtes wird lediglich erwärmt, ohne dass etwas verdampft würde.


1,5mm Wicklung x 10
Kleinere Durchmesser sind durchaus interessant, denn die Menge an unnötig aufgeheiztem Liqid wird so weiter reduziert. Aber der Liquidnachfluss ist bei einer 1mm Wicklung schwer zu beherrschen.

Aber man bedenke, dass die Wicklungen der alten Ego Verdampfer auch nicht mehr als 1mm Durchmesser hatten. Aber dort floss das Liquid von oben auf die Mitte der Wendel. Bei CE4 und Evod Verdampfern kommt das Liquid aber von der Seite und hat es schwerer bis zur Wendel vorzudringen.

In der Praxis zeigten 1mm Wicklungen extreme Schwankungen zwischen "zu feucht" und "zu trocken", manchmal von einem Zug zum nächsten. Aber ich werde weiter mit kleineren Durchmessern experimentieren.Vielleicht kann ich die Referenzwicklung so noch schlagen.


Die Windungen

Man muss bedenken, dass bei weit auseinanderliegenden Windungen  nur in unmittelbarer Umgebung des Drahtes tatsächlich etwas verdampft wird. In der Mitte zwischen zwei solchen  Windungen wird das Liquid nur noch erwärmt, ohne dass Dampf entsteht. Das heiße Liquid kühlt sich zwischen den Zügen immer wieder ab, die hineingesteckte Energie heizt letzlich den Verdampfer und damit das Zimmer auf.

Microcoil
 Microcoils, also Wicklungen mit dicht aneinanderliegenden Windungen sind ökonomischer und erzeugen bei gleicher elektrischer Leistung mehr Dampf als weite Wicklungen.

Es hat sich aber herausgestellt, dass sich ein geringer Abstand zwischen den Windungen von etwa einem halben Drahtdurchmesser durchaus positiv auswirkt. Ich erkläre mir das damit, dass die optimale Temperatur für "viel Dampf" höher liegt als die optimale Temperatur für "viel Geschmack". Ein leichtes Temperaturgefälle zwischen den Windungen sorgt dafür, dass mehr Liquid mit niedriger Temperatur verdampft wird und so einen Beitrag zum Geschmack leistet.

Außerdem können bei aneinanderliegenden Windungen Kurzschlüsse entstehen, so dass ein Teil der Wicklung inaktiv wird. Man erkennt das leicht bei einem dry-burn: wenn eine Wicklung von außen anfängt zu glühen und Teile der Wicklung überhaupt nicht glühen ist etwas faul. Eine korrekte Wicklung glüht von innen nach außen, wobei die Windungen am Rand weniger glühen als die Mitte der Wicklung.

Ich versuche so viele Windungen wie möglich unterzubringen. Die Anzahl der Windungen ist begrenzt durch den maximal akzeptablen elektrischen Widerstand und den vorhanden Platz.

Mit einem 0,22mm Edelstahl-Draht verwende ich 12 Windungen, die einigermaßen, aber nicht absolut dicht aneinander liegen.

Der Widerstand

Ich benutze billige regelbare Akkus, die eine Spannung zwischen 3,3V und 4,8V abgeben. Ein normaler Ego Akku gibt 3,3V ab und ich wäre nicht traurig, wenn meine Wicklung auch auf einem Ego Akku optimal funktionieren würde. Aber dann müsste ich meine regelbaren Akkus immer auf Minimum stellen und könnte nicht mehr nach unten regeln.

Ich sehe 1,5Ohm als eine Grenze an, die ich nicht unterschreiten möchte. Oberhalb von 3,5Ohm kommt bei 3,3V nicht mehr viel Dampf und ich muss meine geregelten Akkus schon ganz schön weit aufdrehen.

Mit 1,7 Ohm fahre ich ganz gut. Rein rechnerisch solle meine Referenzwicklung 1,5Ohm haben, aber die Freistrecken, die die Verbindung zum Gehäuse und zum Pluspol herstellen schlagen noch einemal mit ca. 0,2Ohm zu Buche, so dass ich bei 1,7 Ohm lande.

Freistrecken

Eine solche vergleichsweise lange Wicklung hat den Vorteil, dass an den Freistrecken nur wenig elektrische Leistung verbraucht wird und sie nicht sehr heiß werden. Mit dieser Dimensionierung verbrauchen die Freistrecken 6% der Leistung und 94% der Leistung wird zum Docht transportiert.

Bei einer kürzeren Wicklung wird weniger Energie zum Docht transportiert und mehr in den Freistrecken verbraten. Will man diesen Effekt vermeiden muss man für niederohmige Wicklungen dickeren oder leitfähigeren Draht nehmen, so dass man wieder mehr Windungen nehmen kann. Dickerer Draht macht die Wicklung aber wieder träger. Die Leitfähigkeit von Edelstahl ist unter diesen Gesichtspunkten ideal, denn ich kann 12 Windungen unterbringen und lande dennoch bei einem komfortablen Widerstand. Mit Kanthal kann ich das nicht machen - der Widerstand wird zu hoch, oder der Draht wird zu dick.

Generell gilt: die Wicklung sollte möglichst lang im Vergleich zu den Freistrecken sein. Auch dies ist ein Argument, so viele Wicklungen wie möglich zu verwenden.

Das Einfädeln

Eine Kanüle gibt Halt
CE5 fertig zum Einfädeln








Die Wicklung wird ohne Docht eingebaut und der Docht wird nachträglich eingefädelt. Dabei ziehe ich die Wicklung auf eine Kanüle, damit sie beim Einbauen etwas Halt hat. Ich kann sie leider nicht auf einen 1,5mm Kern ziehen, da ich damit nicht mehr durch die Schlitze komme.

Dadurch sitzt die Wicklung so, dass man den Docht jederzeit wieder entfernen kann und durch einen neuen Docht ersetzen kann. Vorher kann man noch einen kurzen dry-burn machen und die Wicklung ist danach wieder wie neu.

Das ist viel einfacher als eine komplett neue Wicklung herzustellen, denn die zeitaufändigen Arbeitsschritte sind das Herstellen und Einbauen der Wicklung.

Bei mir hält eine Wicklung nicht viel länger als eine Woche. Danach dampft sie zwar immer noch ordentlich, aber eben nicht mehr wie am ersten Tag. Ich finde, man sollte Wicklungen wie Unterhosen behandeln. Sobald es die leisesten Zweifel gibt, werden sie durch ein frisches Exemplar ersetzt.

Das Dochtmaterial

Watte passt immer
Glasfaser und Silikat neigen dazu während der ersten 1-2 ml  merkwürdig zu schmecken. Außerdem sammelt sich im Laufe der Zeit ein ganzes Arsenal an verschiedenen Schnüren an.  Für jeden Durchmesser braucht man einen eigenen Vorrat. Dann probiert man noch verschiedene Hersteller aus und experimentiert mit gedrehten und geflochtenen Schnüren. Und das Lager wird immer voller.

Eine Glasfaserschnur bekommt man auch sehr schlecht in eine eingebaute Wicklung gefädelt, wie ich es hier beschreibe. Sie spleißt sich dabei meist auf.

Ich bin daher dazu übergegangen Bio Watte aus dem DM Markt zu verwenden. Die kann man sich zurechtrollen wie man es gerade braucht, sie kostet fast nichts und der Liquidnachfluss ist gut.


Die Dochtlänge

Beim Evod werden die Dochtenden immer dicht am Gehäuse abgeschnitten, sie sind von Haus aus schon so hergestellt.

Eingefädelt und gekürzt
CE4 und CE5 Verdampfer gibt es aber mit langen und mit kurzen Dochten. Lange Dochte halte ich für eine Illusion. Zwar sehen sie so aus, als ob die auch bei fast leerem Verdampfer noch Liquid zu Wendel transportieren würden, in der Praxis tun sie das aber nicht.

Ich habe sogar den Eindruck, dass bei fast leerem Verdampfer das Liquid in langen Dochten durch sein Eigengewicht eher nach unten gezogen wird. Jedenfalls reagieren CE4 Verdampfer mit langen Dochten strak auf unterschiedliche Füllstände.

Ich schneide die Dochtenden daher auch bei CE4 und CE5 Verdampfern so kurz, dass sie gerade die Außenwand berühren. Watte ist so saugfähig, dass sich schon bei diesem geringen Überstand ein Liquid-Reservoir bildet, das die Wendel für ein paar Züge versorgen kann. Dazwischen muss man eben schwenken.

CE4 ohne Siffen

Beim CE4 muss man darauf achten, dass die Wicklung nicht am inneren Silikon-Nupsi aufliegt, denn dann sammelt sich leicht Liquid and der Unterseite der Wicklung. Der Verdampfer sifft dann. Wenn die Wicklung eingebaut ist und aufliegt, muss man das Nupsi noch 1-2mm nach unten schieben. Das kann man mit einem Zahnstocher erreichen, oder besser mit einem geknickten Nagel, dessen freies Ende gerade die richtige Länge hat.

Bei CE5 und Evod Verdampfern hat man dieses Problem nicht, da dort konstruktionsbedingt die Wicklung immer in der Luft hängt und nicht aufliegt.

Ergebnis

Diese Wicklung ist außerordentlich unproblematisch und praxistauglich. Der Docht lässt sich mit ein paar Handgriffen erneuern.

Sie produziert bei schlappen 6 Watt ordentlich Dampf und funktioniert selbst auf einem 3.3V Ego Akku (~ 4,4Watt) noch akzeptabel.

Während der ersten Züge hat sie einen gewissen Eigengeschmack, der wahrscheinlich von der Watte kommt und schnell verfliegt. Der Geschmack ist dann rund und weich und frei von störenden Noten.


Updates

Hier eine Aufzähnung vorangegangener Versionen:

V1: 0.2mm Kanthal, 10 Windungen (bis 20.09.2015) hat sich als zu hochohmig herausgestellt. Daher bin ich dazu übergegangen 0.22mm Edelstahl zu verwenden. Durch die 12 Windungen sinkt obendrein die Leistung, die an den Freistrecken verbraucht wird. Der Widerstand ist mir einen Tick zu niedrig, und ich werde noch mit 0.2 mm Edelstahl (statt 0.22mm) experimentieren, aber einen solchen Draht habe ich derzeit nicht.


















Sonntag, 12. April 2015

Sexismus in Stellenanzeigen

Ich neige dazu über Sprachregelungen zu lästern, die verlangen, dass Schüler "Lernende" genannt werden. Aber die Wikipedia-Seite zum generischen Maskulinum bachte mich dann doch zum Nachdeken.

Dort ist nämlich folgendes zu lesen:

Da allerdings nur die männliche Form generisch verwendet wird, deutet das Ergebnis der Studie darauf hin, dass Frauen sich von Stellenangeboten, die generische Maskulina verwenden, weniger angesprochen fühlen und deshalb von einer Bewerbung absehen.

Das möchte ich nun doch nicht haben. Wenn Jobs für Frauen geeignet sind, dann möchte ich nicht, dass sie sich durch die Formulierung des Stellenabgebots davon abgebracht werden, sich zu bewerben. Dann vielleicht doch besser Lehrkraft statt Lehrer und Müllabholende statt Müllmann.

Bei der zitierten Studie handelt es sich eigentlich um zwei Studien, die beide hier veröffentlicht wurden:

Sandra L. Bem, Daryl J. Bem: Does Sex-biased Job Advertising “Aid and Abet” Sex Discrimination? In: Journal of Applied Social Psychology. 3, Nr. 1, 1973, S. 6–18

Ich war so frei sie zu lesen.

In der Einleitung erfährt man, dass Diskreminierung wegen Rasse, Hautfarbe, Religion und Geschlecht in den USA verboten sind, und dass der Zusatz "and sex" ursprünglich als Witz aufgefasst wurde und auch so gemeint war. Nun gut

Die erste Studie

In der ersten Studie geht es um Stellenangebote, die sich gezielt und bewusst an ein Geschlecht wenden und dem Gesetz nur dadurch genüge tun, indem sie am Ende "Pacific Telephone, An Equal Opportunity Employer m/f" schreiben.

Pacific Telephone Anzeigen wurden 120 Probanten beiderlei Geschlechts vorgelegt, und zwar
  • geschlechts-spezifisch (das war das Original),
  • neutralisiert und 
  • geschlechts-spezifisch mit vertauschen Rollen
Dabei waren die neutralisierten und vertauschen Anzeigen gegenüber den Originalen deutlich umformuliert. Männer fühlten sich von Jobs als "Fräulein vom Amt" weniger angesprochen als von solchen, in denen der selbe Job mit "wir suchen einen Mann mit einer sonoren männlichen Stimme" beschrieben wurde.

Die Studie beweist, dass wenn man gezielt nach Bewerbern eines Geschlechts sucht, sich bevorzugt Bewerber dieses Geschlechts bewerben und der "equal opportunity" Nachsatz daran nicht viel ändert. Mit dem generischen maskulinum hat diese Stude nichts zu tun und Wikipedia zitiert sie hier im falschen Kontext.

Die zweite Studie

In der zweiten Studie geht es darum, welchen Einfluss es hat, wenn man Stellenanzeigen in einer Zeitung in zwei Rubriken unterteilt, nämlich "Jobs für Männer" und "Jobs für Frauen". Der Versuch wurde mit 52 Probanten durchgeführt, alles Frauen.

Unglücklicherweise sind die Ergebnisse völlig anders dargestellt als die der ersten Studie, obwohl sie von den gleichen Leuten durchgeführt wurden. Die Frage, wie groß der Einfluss der Rubrik ist, im Vergleich zu geschlechtsspezifischen Texten lässt sich so leider nicht beantworten. Im Grunde genommen kann ich das Ergebnis nicht wirklich interpretieren, aber es sagt wohl aus, dass auch die Rubrik einen Einfluss hat.

Fazit

Im Postscript steht, das AT&T den Prozess verloren hat und sich verpflichtete, den Anteil der beschäftigten Frauen auf einen gewissen Prozentsatz zu erhöhen.

Die Studien wurden angefertigt, um ein bestimmtes gewünschtes Ergebnis zu produzieren, denn sie sollten ja in einem Prozess die eine Seite unterstützen. Das ist grundsätzlich in Ordnung. Aber über dem Auge der Wissenschaft hebt sich dabei eine Augenbraue. Anwalts-Plädoyers gelten auch dann nicht als wissenschaftliche Fakten, wenn der Prozess gewonnen wurde.

Am wichtigsten ist aber, dass beide Studien gar nichts mit dem generischen maskulinum zu tun haben, aber dennoch in diesem Zusammenhang zitiert werden.

Dienstag, 3. März 2015

Stiftung Warentest und die e-Zigarette

Im März 2015 veröffentlichte die Stiftung Warentest einen Bericht über die e-Zigarette. Der Bericht war im üblichen Konjunktiv-Stil geschrieben, der Autor gibt sich nicht zu erkennen und in den Kommentaren hagelt es Kritik.  Aber eine Bemerkung erweckte meine Aufmerksamkeit.

Anil Batra vom Wissenschaftlichen Aktions­kreis Tabak­entwöhnung findet den kompletten Verzicht besser, als den Kippen­konsum bloß zu verringern oder dauer­haft auf die E-Zigarette umzu­steigen.

Wer ist dieser Wissenschafliche Aktionkreis Tabakentwöhnung (WAT)? Es ist ein eingetragener Verein (District court Frankfurt am Main VR 9737). Eingetragen wurde er 1991. Auf Google gibt es für WAT nur ein paar hundert Treffer und in Google Trends findet man nichts zu WAT. (Stand März 2015). Selbst das DKFZ weckt da mehr Interesse, wenn auch mit fallender Tendenz.

Martina Pötschke-Lange vom DKFZ ist dort Mitglied. WAT gibt zusammen mit dem DKFZ einen Newsletter heraus. Das DKFZ bietet im Gegenzug ein "Curriculum Tabakabhängigkeit und Entwöhnung" an und "Das 20stündige Curriculum Tabakabhängigkeit und Entwöhnung ist zertifiziert durch den Wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V."

Phantom

Das legt den Verdacht nahe, dass WAT ein Phantom ist, das geschaffen wurde um mehr unabhängige Experten vorzutäuschen als es wirklich gibt.  WAT ist eng mit dem DKFZ vernetzt. Sehr eng.

Bemerkenswert ist, dass sie damit bei Stiftung Warentest durchgekommen sind. Aber vielleicht hat das DKFZ ja den ganzen Bericht selbst geschrieben. Wenn Lobbyisten Gesetze schreiben dürfen, dann doch sicher auch einen Artikel.


Mittwoch, 26. November 2014

Tabakkontrolle und Tabakindustrie wollen das Gleiche

Ich hatte hier schon öfters darüber spekuliert, dass Tabakkontrolle und Tabakindustrie letztlich das Gleiche wollen: es soll weiterhin Raucher geben. Die Hinweise darauf, dass es sich tatsächlich so verhält häufen sich.

Bei der Tabakkontrolle fällt schon seit Jahren auf, dass sie Alternivprodukte wie Snus und die e-Zigarette fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser. Verständlich, denn ohne Raucher fiele es der Tabakkontrolle schwer, ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Da sie obendrein von Steuergeldern lebt, zu denen die Raucher einen erheblichen Beitrag leisten, finanzieren letztlich die Raucher die Tabakkontrolle.

Ich glaube daher nicht, dass die nutzlosen Maßnahmen, die die Tabakkontrolle seit Jahrzehnten fordert und durchsetzt ein Resultat ihrere eigenen Dusseligkeit sind. Nichts wäre schlimmer als eine Maßnahme, die tatsächlich die Raucherquote senkt.
Photo by: Yuri Arcurs

Unterstützung in ihrem Kampf gegen die e-Zigarette erhält die Tabakkontrolle nun von unerwarteter und möglicherweise unwillkommener Seite. Auch die Tabakindustrie möchte verhindern, dass Raucher massenweise zur e-Zigarette abwandern.

Philip Morris Manager Werner Barth wird von der Berliner Morgenpost folgendermaßen zitiert:

"Ich halte es für notwendig, dass auch die E-Zigarette reguliert wird. Sie ist nicht frei von Risiken, und sie braucht gesetzliche Rahmenbedingungen", sagte Barth der "Welt".
Dieser Satz könnte auch vom DKFZ stammen. Aber letztlich geht es um's Geld:
Der Manager denkt dabei beispielsweise an die Altersgrenze von 18 Jahren, ab welcher E-Zigaretten gekauft werden dürfen. Auch die Tatsache, dass elektrische Zigaretten derzeit nur mit der Mehrwertsteuer belegt sind, stört ihn. "Der Umstand, dass die E-Zigarette frei von Tabaksteuer ist, dürfte kein Dauerzustand bleiben", sagte Barth.
Die Staatskasse verdient mit Abstand am meisten an den Rauchern und wird sich über diese Forderung freuen. Damit hätten wir das Triumvirat komplett zusammen.

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Das Triumvirat

Samstag, 22. November 2014

Schlappe für Steffens

Das Bundesverwaltungsgrericht hat am 20.11. entschieden, dass es nicht zulässig ist per Verwaltungsakt zu behaupten, dass e-Zigaretten wie Arzneimittel behandelt werden müssen.

Insgesamt ging es um drei Revisionsverfahren. Beklagt wurden:
  • Die Stadt Wuppertal
  • Das Bundesinstitut für Arzneimittel (d.h. die Bundesrepublik Deutschland)
  • Das Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (d.h. das Land Nordrhein Westfalen)
 Die Kläger waren Teilnehmer der freien Wirschaft.

Alle drei Klagen waren zuvor schon durch zwei Instanzen gegangen. Eine Klage vor einem Verwaltungsgericht war jeweils gescheitert, aber die Berufungsverfahren vor einem Oberverwaltungsgericht hatten Erfolg. Damit standen die Beklagten Behörden erst einmal als Rechtsbrecher da. Auch Barbara Steffens, die Grüne Gesundheitsministerin des Landes NRW stand nicht gut da.

Also gingen die uneinsichtigen Beklagten in Revision. Aber das nützte ihnen nichts. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte alle drei Urteile der Oberverwaltungsgerichte.

Dieses Urteil besagt überigen nicht, dass e-Zigaretten keine Medikamente sind. Darüber haben Verwaltunggerichte nicht zu entscheiden. Es besagt lediglich, dass die beklagten Behörden gegen geltendes Recht verstoßen haben. Dem Land NRW steht jetzt eine Schadenersatzklage vom Verband des E-Zigarettenhandels über 90 Millionen Euro ins Haus.

Ist jetzt alles gut?

Der Versuch, die e-Zigarette durch eine Einstufung als Medikament vom Markt zu fegen dürfte damit vom Tisch sein. Auch das EU-Parlament hatte sich in der Abstimmung zum Amendment 170 gegen eine solche Regelung ausgesprochen.

Aber es ist nicht damit zu rechnen, dass die "public health" Funktionäre nun klein beigeben werden. Schließlich profitieren sie, ebenso wie die Tabakindustrie und die Staatskasse, ganz erheblich von den Rauchern.

Ihr Einfluss auf die öffentliche Meinung ist immer noch enorm. Dort herrscht derzeit eine gewisse Verlustangst. Viele haben sich daran gewöhnt auf die Raucher herabzublicken und wollen es sich nun nicht nehmen lassen, auch den Dampfern mit Verachtung zu begegnen. Das ist das Klientel dieser Funktionäre.

Als in der EU-Debatte das Thema "Arzneimittel" vom Tisch war, tauchte nur wenige Wochen später eine völlig anderer Vorschlag auf: diesmal sollten nachfüllbare Verdampfer verboten werden. Auch dieses Verbot hätte die e-Zigarette, so wie wir sie momentan kennen, vom Markt gefegt.

Eine wirklich sinnvolle Maßnahme bestünde darin, die Institutionen der öffentlichen Gesundheit  ordentlich zurecht zu stutzen. Schließlich schaden sie der Volksgesundheit und sie brechen Gesetze.

Den wahren Übeltätern kommt man aber nicht so leicht bei. Sie erlassen schließlich weder Gesetze noch Verordnungen gegen die man klagen könnte. Sie gründen keine Firmen oder Parteien, sondern tarnen sich als Forschungseinrichtungen und wählen Rechtsformen, wie gemeinnützige Vereine oder Stiftungen. Sie üben ihren Einfluss in Form von "Experten-Empfehlungen" aus.

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Wahlentscheidung







Samstag, 15. November 2014

Australien gegen den Rest der Welt

End 2012 hat Australien "plain packaging" eingeführt. Danach dürfen Tabakerzeugnisse nur noch in neutralen Verpackungen verkauft werden. Diese dürfen nicht mit Firmenlogos bedruckt sein. Jetzt beschweren sich Länder wie die Dominikanische Republik bei der Welthandelsorganisation.


Wunsch und Wirklichkeit

Plain Packaging sollte eigenlich die Raucherquote in Australien senken. Nach zwei Jahren ist ein solcher Effekt aber nicht zu beobachten.

Kritiker diese Maßnahme argumentieren, dass plain packaging zwar die Gewinne der Tabakindustrie senken kann, die Raucherquote aber eher erhöhen wird. Das liegt daran, dass man in solch hässlichen Packungen Zigaretten billiger verkaufen muss als wenn sie in hübschen Verpackungen daherkämen. Durch den niedrigeren Preis wird ein zusätzlicher Konsumanreiz geschaffen.

Der Rückgang der Raucherquote ist in Australien denn auch ziemlich konstant geblieben und folgt dem allgemeinen Trend.

Der oft zitierte Rückgang zwischen 2010 und 2013 hat wenig mit plain packaging zu tun, da diese Maßnahme ja erst 2012 eingeführt wurde. In einigen Gebieten (NSW) stieg die Raucherquote sogar an.
Daily smokers aged 14 years or older

Raucherquote in NSW

Die Regelung betrifft auch Zigarren, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Dominikanischen Republik sind. Zigarren in hässlichen Verpackungen, sind so wenig attraktiv, wie Pralinen, deren Verpackung mit abschreckenden Fotos von übergewichtigen Menschen bedruckt sind.

Gegenwind

Einige tabakproduzierende Länder haben sich nun zusammengetan, um gegen diese Regelung vorzugehen. Dazu gehören die Ukraine, Honduras, die Dominikanische Republik, Cuba und Indonesien.

Indonesien hat damit gedroht, plain packaging für australischen Wein vorzuschreiben. Aber dadurch würde australischer Wein gegenüber Wein aus anderen Ländern benachteiligt. In der EU wäre so etwas nicht erlaubt. Auch TTIP, das geplante Freihandelsabkommen mit den USA würde so etwas nicht dulden. Wie die Handelsbeziehungn zwischen Indonesien und Australien geregelt sind, weiß ich nicht, aber ich glaube nicht, dass Indonesien damit durchkommt.

Erfolgversprechender ist da schon die Beschwerde, die die Dominikanische Republik bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen Australien eingereicht hat. Australien hatte darauf hin versucht diese Beschwerde mit Hinweis auf Verfahrensfehler vom Tisch zu fegen, scheiterte aber damit. Inzwischen wurde bei der WTO ein Ausschuss eingerichtet, in der diese Fragen diskutiert werden sollen.

Dieser Vorgang findet kaum ein Medienecho. In deutschen Medien findet sich überhaupt nichts darüber. Deshalb dieser Artikel.

Redefreiheit

Das Grundrecht auf Redefreiheit wird in Deutschland nicht allzu ernst genommen. Anders in den USA, wo man nicht davor zurückschreckt, die Redefreiheit über so ziemlich jedes andere Prinzip zu stellen.

Die Verbotsindustrie konnte daher in den USA auch wenig Land gewinnen, wenn es darum ging, Produzenten vorzuschreiben, wie sie ihre Produkte gestalten müssen. Redefreiheit bedeutet nämlich nicht nur, dass man nicht daran gehindert werden darf seine Meinung zu sagen, sondern auch, dass man nicht dazu gezwungen werden darf etwas zu sagen, das man gar nicht sagen will. Durch übertrieben große Warnhinweise und Schockbilder, würde die Zigarettenindustrie dazu gezwungen Webung für die Verbotsindustrie zu machen. Zumindest in den USA kann man sie dazu nicht zwingen.

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Plain packaging ist ein Produktverbot



Mittwoch, 8. Januar 2014

Zum Piepen - gleichgeschaltete Medien

Drei Beispiele sollten genügen, aber wer noch nicht genug hat, kann nach "Media Reacts" auf Youtube suchen. Es gibt noch mehr.

Think of the children:

 

It's okay (gefunden von Rursus)

 
Yeah baby